Die fünfzehnte Rune des älteren Futharks bedeutet "Elch". Neben der Bezeichnung "Elhaz" wird auch "Algiz" verwendet. Um die Rune Elhaz zu deuten, kann man sich einen Elch, ein Reh oder ein vergleichbar agiles Tier vorstellen, das auf der Hut sein muss, um seinen natürlichen Feinden zu entgehen.
Ein Elch lebt im Hier und Jetzt. Jede Veränderung der wahrgenommenen Umwelt kann eine Gefahr für ihn darstellen. Denn so manches Raubtier hat es auf sein Fleisch abgesehen. Dazu muss er selbst auf Kleinigkeiten reagieren. Er verlässt sich auf all seine Sinne, um potenzielle Angreifer so früh wie möglich zu erkennen. Dies erfolgt nicht durch Strategie und Taktik, sondern instinktiv.
Wenn der Mensch früher Wege in der Wildnis zurückzulegen hatte, war er gut beraten, von einem Elch zu lernen. Aufmerksamkeit und das Sein im Augenblick waren und sind ein erprobter Schutz gegen Feinde aller Art, tierische wie auch menschliche.
Auch in heutigen Zeiten kann man Bedrohungen und Risiken durch die Konzentration auf unmittelbare Handlungen ausweichen. Das schnelle Fahren auf Autobahnen ist dafür ebenso ein Beispiel wie das Vermeiden von Unfällen bei Sportarten wie Alpinski, Snowboard oder Klettern.
Die Elhaz-Rune fordert auf, das Bewusstsein bzw. die Wahrnehmung auf den gegenwärtigen Augenblick zu richten. Diese Idee ist auch Gegenstand des Zen-Buddhismus, der hierzu praktische Anleitung in Form von Meditationstechniken bereithält. Das ist leichter gesagt, als getan. Genau genommen braucht es sehr ausgeprägter mentaler Fähigkeiten, damit dies auf fortgeschrittenem Niveau gelingt.
Ziel des Zen ist es, Satori zu erreichen. Er befreit vorübergehend vom Ich und von der Zeit. Man versinkt in der Vollkommenheit des Universums und des Lebens. In solchen vergänglichen Augenblicken erfährt der Mensch das absolute Glück. Doch das sind alles nur Worte, die niemals umschreiben können, was Satori vermutlich wirklich ist.
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